AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Ausgabe 3/2011 (Download als PDF)

Die Lage für die Kinder- und Jugendhilfe spitzt sich zu. Verhärtet scheinen die Fronten zwischen Fachlichkeit und Finanzen. Nachdem in der letzten Dekade die Gesetzgebung einem Mehrbedarf an Kinder- und Jugendhilfe Rechnung getragen hat, denkt man an Novellierungen des SGB VIII durch ?TAG?, ?KICK? oder ?KiFöG?, stößt das Projekt Kinder- und Jugendhilfe in den bisherigen Strukturen offenbar an Grenzen der Finanzierbarkeit. Analysen der aktuellen Ausgabe deuten dies zumindest an. Da ist das hochbrisante Thema ?U3- Ausbau?, bei dem die Statistik erneut ein zu langsames Tempo diagnostiziert. Finanzielle Ressourcen sind zwar vorhanden, doch Kommunen sind fiskalisch mitunter nicht mehr in der Lage, ihren Anteil zu leisten. Große Aufregung löst auch der Kinderschutz aus. Hier ist ein rasanter Anstieg von Fallzahlen und Ausgaben bei den Hilfen zur Erziehung unübersehbar. Für öffentliche Kassen, aber vor allem für Kinder und Jugendliche würde man sich einen geringeren Bedarf wünschen. Es ist ein Dilemma: Bei steigender Nachfrage scheint die Zunahme der Ausgaben unvermeidlich, sprengt aber zugleich den bisherigen Rahmen. Bleibt die Frage, wie lange diese Spannungen noch ausgehalten werden können.