AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Ausgabe 2/2005 (Download als PDF)

Editorial


Anfang Oktober wird mit dem In-Kraft-Treten des KICK die letzte Etappe einer nach Meinung der meisten Experten/-innen notwendigen Modernisierung des Kinder- und Jugendhilferechts zurückgelegt sein. Dies gilt auch für ein zentrales Instrument der empirischen Dauerbeobachtung in der Jugendhilfe, der amtlichen Statistik. Nicht nur werden am 2006 jährlich Angaben zu den Kindern in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege erhoben, wie uns Franz-Josef Kolvenbach vom Statistischen Bundesamt in dieser Ausgabe erläutert, sondern auch wird - ab 2007 - die Erfassung zu den Leistungen der Hilfen zur Erziehung wesentlich verbessert.

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Rolle rückwärts in der Heimerziehung? 

Neuunterbringungen in betreuten Wohnformen gehen 2004 weiter zurück

In den letzten Jahrzehnten ist das Feld der Hilfen zur Erziehung zweifelsohne nicht nur quantitativ größer, sondern zugleich auch vielfältiger geworden. Hierzu gehört etwa die beachtliche Ausweitung von familienunterstützenden und -ergänzenden Leistungen, z.B. die sozialpädagogische Familienhilfe oder auch die Tagesgruppenerziehung. Zugleich sind in diesem Zusammenhang jedoch auch Tendenzen einer Modernisierung von familienersetzenden Hilfen zu nennen. Dies gilt für die Vollzeitpflege (vgl. Jordan 2000) genauso wie vor allem auch für die stationäre Erziehungshilfe. Begleitet durch Schlagworte wie Dezentralisierung, Entinstitutionalisierung oder auch Individualisierung im Fachdiskurs (vgl. Wolf 1993), haben sich in der Praxis die Angebote der Fremdunterbringung differenziert und diversifiziert (vgl. Hansbauer 2003). Ob sich allerdings diese Entwicklung weiter fortsetzen wird, scheint - nimmt man die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den begonnenen Hilfen - zumindest fraglich.

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