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Ausgabe 3/2003 (Download als PDF)

Editorial


Die letzte Ausgabe von KomDat in 2003 fokussiert mit den Hilfen zur Erziehung über die Eltern- und Familienbildung bis hin zur Kinder- und Jugendarbeit ganz unterschiedliche Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe. Bei aller Heterogenität der Themen zieht sich allerdings die Beschreibung von Geschlechterdifferenzen in der Jugendhilfe wie ein "roter Faden" durch dieses Heft. So wird beispielsweise für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass bei den BesucherInnen von Einrichtungen mit zunehmenden Alter der Mädchenanteil zurückgeht. Dies stellt sich wiederum für die Hilfen zur Erziehung und hier insbesondere für die Heimerziehung bundesweit genau anders herum dar. Je älter die AdressatInnen hier sind, desto höher ist auch der Anteil weiblicher junger Menschen.

In jüngeren Jahrgängen hingegen dominieren nicht nur bei der Heimerziehung die Jungen. Dies hat mit zur Konsequenz, dass in einzelnen Hilfearten - wie z.B. bei der in dieser Ausgabe thematisierten Tagesgruppenerziehung - das Thema Mädchenarbeit im Praxisalltag in der Regel nur noch am Rande von Bedeutung sein kann.

90.000 Neufälle bei den Hilfen zur Erziehung 

Einblicke in Entscheidungen über Hilfebedarf und Leistungsarten

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zu den erzieherischen Hilfen 2002 weist das Statistische Bundesamt erstmalig auch für ambulante Leistungen im Rahmen der sozialen Gruppenarbeit, der Erziehungsbeistandschaften sowie der Betreuungshilfen und der sozialpädagogischen Familienhilfe (§§ 29-31 SGB VIII) Angaben zu den innerhalb eines Jahres begonnenen Maßnahmen aus. Damit ist es nun möglich, sieht man von der Erziehungsberatung einmal ab, die Gewährungspraxis der erzieherischen Hilfen innerhalb eines Jahres in der Gesamtschau zu betrachten. Diese neue Auswertungsmöglichkeit der Kinder- und Jugendhilfestatistik (KJH-Statistik) wird im Folgenden aufgegriffen, indem nicht nur das Volumen der in 2002 neu begonnenen Hilfen beziffert wird, sondern auch alters- und geschlechtsspezifische Besonderheiten untersucht werden.

 

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