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Forschungsverbund DJI

Ausgabe 3/2001 (Download als PDF)

Editorial


Ist mit dem Konzept der flexiblen Erziehungshilfen ein Ende der Versäulung der Hilfen zur Erziehung erreicht? Sind Jugendamtsbezirke groß genug, um sich überhaupt ernsthaft über die Realisierung einer Sozialraumorientierung Gedanken machen zu können? Diese und andere Fragen stehen neben einem datengeschützten, bundesweit erstmaligen Strukturvergleich des Pflegesektors mit dem der Kinder- und Jugendhilfe im Mittelpunkt der dritten Ausgabe von KomDat im Jahre 2001.

Für die inhaltliche Gestaltung dieser Ausgabe ist es uns bereits möglich gewesen, auf die ersten Daten des Jahres 2000 zurückzugreifen. Bereits Ende Oktober wurden mit den Adoptionszahlen die ersten bundesweiten amtlichen Daten zur Kinder- und Jugendhilfestatistik für das Erhebungsjahr 2000 veröffentlicht. Damit ist es dem Statistischen Bundesamt und den Statistischen Landesämtern gelungen, den Zeitraum zwischen der Datenerhebung und der erstmaligen Bereitstellung gegenüber dem letzten Jahr noch einmal zu verkürzen.   

Das Ende der Versäulung?

Umfang innovativer Formen der Erziehungshilfen

Vielfach wird in der konzeptionellen Debatte der Erziehungshilfen darauf hingewiesen, dass der Katalog der Hilfearten gemäß §§ 28-35 SGB VIII zu einer Versäulung der Erziehungshilfen führt. Mit diesem Vorwurf soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sich die Art der Hilfegewährung stärker an den vorhandenen Angeboten als an dem Erziehungsbedarfs des Einzelfalls ausrichtet. Um diesem Manko entgegenzuwirken, wurden sogenannte flexible oder auch integrative Hilfen entwickelt (vgl. Wolff 2001). Die Frage ist allerdings, welches quantitative Volumen die flexiblen Erziehungshilfen in der Jugendhilfepraxis erreicht haben.

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