AKJ stat
Forschungsverbund DJI

 Ausgabe 1/1999 (Download als PDF)

Editorial


Im Februar wurden vom Statistischen Bundesamt die Ergebnisse der KJH-Statistik für das Erhebungsjahr 1997 zu den Hilfen zur Erziehung, den vorläufigen Schutzmaßnahmen und den Adoptionen vorgelegt. Bei der Analyse durch die Dortmunder Arbeitsstelle haben sich in mehreren Bereichen interessante Ergebnisse ergeben, die in kurzer und prägnanter Form unter Einbeziehung der aktuellen Fachdebatten dargestellt und kommentiert werden.
Hierbei werden Entwicklungen der Heimerziehung, der Inobhutnahme, der sozialen Gruppenarbeit und der Adoptionen aufgegriffen.
Für das Diskussionsforum haben wir zwei verschiedene Reaktionen auf den Beitrag zu den Maßnahmen der Jugendarbeit in KomDat 3/98 erhalten, die sich auf die Entwicklung einer »bunten« Trägerstruktur in den neuen Bundesländern beziehen.

Anhaltender Anstieg der Heimerziehung
Neue Befunde ? neue Irritationen

In den letzten Jahren wurden bundesweit vermehrt Forderungen nach einem Abbau stationärer Erziehungshilfen laut. Begründet wurden diese damit, daß mit dem KJHG ein Gesetz vorliegt, das eine präventive Grundhaltung postuliert und familienergänzende Erziehungshilfen fordert. Zugleich ist man in Zeiten knapper Kassen aber auch bestrebt, Kosteneinsparungen durch die Reduzierung der häufig als zu teuer empfundenen Heimerziehung1 voranzutreiben (vgl. Bürger 1998a). Insoweit wäre ein verstärkter Ausbau ambulanter und teilstationärer Erziehungshilfen zu erwarten.

Entgegen diesen Bestrebungen zeigen jedoch die soeben veröffentlichten Ergebnisse der KJH-Statistik für das Jahr 1997 erneut eine Zunahme von Hilfen in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen. Differenziert man dieses Ergebnis, werden insbesondere unterschiedliche Entwicklungen in den alten und neuen Bundesländern sowie gegenläufige Tendenzen in den verschiedenen Altersgruppen deutlich, was angesichts aktueller Diskussionen nach Erklärungen verlangt.

    • Starker Anstieg »neuerer« Formen der Heimerziehung

    • Mehr Heimerziehung im Osten als im Westen

    • Mehr ältere Kinder in der Heimerziehung

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