AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Kinder- und Jugendarbeit

Bedeutung einer statistischen Dauerbeobachtung für die Kinder- und Jugendarbeit

Die Kinder- und Jugendarbeit kann man im komplexen Feld der Kinder- und Jugendhilfe wohl als eines der heterogensten und somit als eines der mit am schwierigsten zu beobachtenden Arbeitsfelder bezeichnen. Auch aus diesem Grund zeigt sich die Kinder- und Jugendarbeit sperrig gegenüber empirischen Erfassungen, zumal wenn sie auf statistischen Daten beruhen.

Allerdings ist zu beobachten, dass nicht nur die Forschungskompetenz in dieser Hinsicht in den letzten Jahren zugenommen hat, sondern auch, dass Kinder- und Jugendarbeit sich z.B. im Rahmen von Prozessen der Verwaltungsmodernisierung, Konzepten eines Sozialmanagements oder auch Qualitätsentwicklungsverfahren mit der Abbildung von Jugendarbeitswirklichkeit in Zahlen mehr oder weniger freiwillig auseinandersetzt. Die Lust oder auch der Zwang, sich mit quantitativen Daten, mit Eckwerten und Kennzahlen auseinander zu setzen, resultiert auch aus den unübersehbar zunehmenden Legitimationszwängen für das Feld der Kinder- und Jugendarbeit.

Gleichwohl aus der abgelaufenen Dekade des vorangegangenen Jahrhunderts die Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit offensichtlich gestärkt aus diesen Rechtfertigungsdebatten herausgegangen sind, scheinen diese keineswegs an Härte zu verlieren. Vielmehr werden nach wie vor intensive Legitimations- und Rechtfertigungsdiskussionen vor allem auch im Umfeld von Haushaltsberatungen seitens der Akteure in der Kinder- und Jugendarbeit erlebt. Und mehr noch: Anfang der 2000er-Jahre deutete sich in den zur Verfügung stehenden Daten der Statistiken zur Kinder- und Jugendhilfe eine Trendwende an. Der "Mythos von der Krise der Kinder- und Jugendarbeit" schien Realität zu werden. Möglicherweise ist die Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Existenz empirisch nachweisbar ernsthaft gefährdet. Zumindest bis Mitte der 2000er-Jahre deutete einiges darauf hin, während jüngste Entwicklungen beim Personal, aber auch den Ausgaben wiederum auf eine Erholung der Kinder- und Jugendarbeit schließen lassen.

Auch vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen und mitunter auch gegenläufigen Entwicklungen ist eine kontinuierliche empirische Selbstvergewisserung der Kinder- und Jugendarbeit notwendig und überlebenswichtig, um für diese politischen Graben- und Verteilungskämpfe angemessen gewappnet zu sein.

Analysen und Befunde (Auswahl)

Einzelbefunde

Infrastruktur der Kinder- und Jugendarbeit in Ostdeutschland ist besser ausgestattet als in Westdeutschland

Durchschrittene Talsohle - Entwicklungen in der Kinder- und Jugendarbeit

Größeres Stellenvolumen in der Jugendarbeit in den ostdeutschen Bundesländern

Etwa jede(r) zweite Beschäftigte in der Kinder- und Jugendarbeit ist zwischen 40 und 60 Jahre alt