AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Weiterentwicklung

In der Kinder- und Jugendhilfe wächst langsam die Überzeugung, dass systematisierte, kontinuierliche und unabhängige Beobachtungen ihrer Entwicklung, ihrer Maßnahmen und ihrer Wirkungen anhand amtlich-statistischer Erhebungen von zentraler Bedeutung sind.

Hierzu verfügt die Kinder- und Jugendhilfe inzwischen über umfangreiche amtliche Statistiken, die auf einer bundesgesetzlichen Grundlage basieren, wesentliche Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe (Kindertagesbetreuung, Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehung) berücksichtigen sowie einem kontinuierlichen Weiterentwicklungsprozess unterliegen.

Bei der Beschäftigung mit den amtlichen Statistiken ist es sinnvoll, sich zu vergegenwärtigen, dass die Statistik ein Instrument der Beobachtung, der standardisierten Beobachtung ist, mit deren Hilfe es u. U. möglich wird, Entwicklungen kontrolliert zu verfolgen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen - und dies fall-, einrichtungs- und trägerübergreifend sowie überregional. Amtliche Statistiken haben zudem den Vorteil, dass ihnen als einer Form der gesetzlich geregelten und unabhängigen Statistik zudem nicht der Geruch einer interessengeleiteten Geschäftsstatistik anhaftet.

In Zukunft ist zu erwarten, dass die Verwendungskontexte und Nutzung der KJH-Statistik noch zunehmen werden. Dies begründet sich in der Tatsache, dass alle Leistungen der öffentlichen Hand vermehrt unter Legitimationsdruck geraten und der statistische Nachweis der gewährten Leistungen gefordert wird. Dabei wird man sich wahrscheinlich in Zukunft nicht nur mit dem Nachweis der geleisteten Hilfen und Angebote zufrieden geben, sondern es ist zu erwarten, dass auch der Nachweis der Effektivität und Effizienz der einzelnen Hilfen und Angebote zu erbringen ist. Inwieweit die amtliche Statistik diesen Informationswunsch bedienen kann, ist noch zu prüfen.

Neben dem reinen fachpolitischen Leistungsnachweis zeichnen sich aber auch weitere Verwendungsmöglichkeiten für die wissenschaftliche Forschung ab. Auf der Grundlage der Empfehlungen der Kommission zur Verbesserung der informellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik (2001) wurde im Jahr 2004 das Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder eingerichtet. Die Forschungsdatenzentren stellen einen datenschutzrechtlich geschützten Raum dar, in dem die Mikrodaten der amtlichen Statistik wissenschaftlich analysiert werden können. Gerade für die Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe, die zum größten Teil auf Mikrodaten beruhen, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, die erst ansatzweise genutzt werden.