AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Analysen

Die fachwissenschaftlichen Analysen gehören zu den Kernaufgaben der Mitarbeiter/-innen der AKJStat. Adressaten dieser Arbeiten sind neben Praxis, Politik und Forschung im Besonderen die politische Administration des zuständigen Bundesfamilien- und Bundesjugendministeriums sowie die oberste Landesjugendbehörde in NRW. Ziel ist es, vielfältige Analyse- und Hintergrundinformationen zur Entwicklung und aktuellen Lage der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung zu stellen.

Die fachwissenschaftliche Analyse beinhaltet die kontinuierliche Auswertung der amtlichen Daten unter Berücksichtigung der aktuellen Fachdebatten in der Kinder- und Jugendhilfe und unter Einbeziehung anderer relevanter amtlicher und nicht-amtlicher Datenquellen. Das Analysespektrum reicht von den Hilfen zur Erziehung über Adoptionen, den öffentlich geförderten Maßnahmen der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu den Ausgaben und Einnahmen der öffentlichen Hand für die Kinder- und Jugendhilfe sowie den Einrichtungen und tätigen Personen unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungen im Feld der Tageseinrichtungen für Kinder. Ebenfalls hinzuzuählen sind die Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen, Maßnahmen der Inobhutnahmen oder auch Fragestellungen im Kontext der Debatten um die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe.

Ausgehend von dem Befund, dass Lebenslagen und Lebensgestaltung von Jungen und Mädchen differieren und dass sich Mädchen und Jungen im Freizeitverhalten, in ihrer Wertorientierung, ihrer Schul- und Arbeitsmarktbeteiligung sowie auch mit Blick auf Entwicklungsaufgaben grundsätzlich unterscheiden, ist eine geschlechtsspezifische Differenzierung bei den Auswertungen und Analysen von personenbezogenen Daten im Laufe der Projektlaufzeit zunehmend fokussiert worden. Vor dem Hintergrund der Diskussion um "Mädchenwelten" und "Jungenwelten" ist sowohl für die Gestaltung und Planung des "Sozialen" als auch für die Konzeption und Bewertung von Leistungsangeboten eine auf geschlechtsspezifische Unterschiede hinweisende Datengrundlage unerlässlich. Die Auswertungen der AKJStat sind in dieser Sicht auf der einen Seite eine Art Beobachtungsinstrument der Genderperspektive und auf der anderen Seite weisen die Auswertungen auf fehlende und notwendige Differenzierungen der amtlichen Statistik hin. So wurde beispielsweise in Beiträgen des Informationsdienstes KomDat Jugendhilfe geschlechtsspezifische Besonderheiten von erzieherischen Hilfen thematisiert. Die 'Gender-Perspektive' ist eine der zentralen Auswertungsstrategien der AKJStat. Sie liegt - wenn man so will - 'quer' zu den Strukturfragen und Arbeitsfeldern und wird entsprechend in den hier zur Verfügung gestellten Auswertungen berücksichtigt.