AKJ stat
Forschungsverbund DJI

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Ausgabe 1/2018 (Download als PDF)

Die aktuelle Ausgabe von KomDat Jugendhilfe ist das 58. Heft in 20 Jahren. Seit Juni 1998 werden die Analysen der vom BMFSFJ und MKFFI NRW geförderten Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) – damals ein Projekt am Lehrstuhl von Thomas Rauschenbach, heute Bestandteil des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund – in diesem kurzen und hoffentlich kurzweiligen Kompendium KomDat – „Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe“ – veröffentlicht. Die AKJStat ist vor 2 Dekaden mit 3 6-seitigen Ausgaben pro Jahr gestartet. Geblieben ist bis heute die Zahl von 3 Heften pro Jahr und vor allem unserer Antrieb: Die AKJStat möchte mit diesem kostenlosen datenbasierten Info-Dienst über aktuelle Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe (und ihren Rändern) informieren und auf diese Weise zu aktuellen Debatten in Wissenschaft, Fachwelt und Politik einen empirischen Beitrag leisten.

Verändert haben sich im Laufe der Jahre allerdings Layout, Aufbau und auch der Umfang der Hefte – die KomDat-Ausgaben der letzten Jahre hatten in der Regel etwa 20 Seiten. Diese Zunahme hat nicht nur mit einem breiteren Themenspektrum zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass die Beiträge ausführlicher und differenzierter geworden sind. Die Artikel sind heute oftmals Analysen zu den Arbeitsfeldern, in denen mehr Aspekte und Themen als in den Anfängen aufgegriffen werden. Und auch die Statistik selbst, an deren Entwicklung die AKJStat immer wieder mitgewirkt hat, ist wesentlich differenzierter und zielgenauer geworden.

Wir sind auch nach 20 Jahren noch davon überzeugt, dass es für unser Informationsangebot weiterhin einen Bedarf gibt – dafür spricht auch die aktuell erreichte Abonnentenzahl von über 4.000. Alleine die Auswertungen auf Basis der KJH-Statistik und die damit verbundenen fachlichen Kommentierungen sind eine notwendige Rückmeldung an die öffentlichen und freien Träger, die zusammen mit den Statistischen Landesämtern mit einem erheblichen Aufwand die Erhebungen der KJH-Statistik durchführen. Mit diesen Analysen ist aber auch das Signal verbunden, dass die Angaben der Träger über beispielsweise Kinder in Kindertageseinrichtungen, Fallzahlen bei erzieherischen Hilfen, Inobhutnahmen und Gefährdungseinschätzungen oder auch zu Ausgaben, Einrichtungen und den tätigen Personen ernst genommen werden und für Erkenntnisgewinn, Praxisentwicklung und Politikgestaltung relevant sind. Daneben versteht sich KomDat aber auch als ein Ort der Auseinandersetzung mit den Erhebungsinstrumenten der KJH-Statistik, den Formen der Datenaufbereitung und nicht zuletzt auch mit der Datenqualität.

Diese Jubiläumsausgabe weist im Gegensatz zu regulären Heften einige Besonderheiten auf. Sie fällt mit 36 Seiten umfangreicher aus als jedes andere Heft vorher. Dies liegt einerseits an dem besonders breiten Themenspektrum, hat andererseits aber auch mit der Herausforderung zu tun, dass wir in den Beiträgen bis in die Anfänge des SGB VIII und von KomDat zurückschauen, die jeweils aktuellen Ergebnisse berücksichtigen und auf Veränderungen in der Statistik seit den 1990er-Jahren eingehen.

Kirsten Fuchs-Rechlin und Matthias  Schilling machen den Anfang und zeichnen nicht nur den Beschäftigungsboom für die Kinder- und Jugendhilfe der letzten 20 Jahre nach, sondern zeigen mit den 2016er-Daten auch, dass ein Ende dieses Wachstums nicht in Sicht ist. Dass sich diese Entwicklungen auch auf die fiskalische Seite der Kinder- und Jugendhilfe ausgewirkt hat, verdeutlicht

Matthias Schilling in einem weiteren Beitrag anhand der Ausgabenzahlen. Auf 20 Jahre Kita-Berichterstattung in KomDat (und mehr) schauen Christiane Meiner-Teubner, Thomas Rauschenbach und Matthias Schilling. Sie gehen dabei auf die gestiegene Inanspruchnahme vor allem bei unter 3-Jährigen ein. Sandra Fendrich und Agathe Tabel verorten in ihrem Beitrag zu den Hilfen zur Erziehung das Arbeitsfeld zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und kommunalen Steuerungsansprüchen. Die Inanspruchnahme ist in diesem Spannungsfeld in den letzten 20 Jahren aus unterschiedlichen Gründen in allen Bereichen – ambulant wie stationär – nicht nur gestiegen, sondern hat sich auch ausdifferenziert. Eine Erklärung für die Expansion und Ausdifferenzierung in den Hilfen zur Erziehung ist auch eine Wiederentdeckung und Stärkung des institutionellen Kinderschutzes, den Gudula Kaufhold und Jens Pothmann in ihrem Beitrag anhand von Analysen zur KJH-Statistik und angrenzender Erhebungen aufgreifen. Besonders im Fokus stehen dabei die Inobhutnahmezahlen als Marker für Entwicklungen im Kinderschutz seit den 1990er-Jahren. Das Arbeitsfeld Kinder- und Jugendarbeit wird von Thomas Mühlmann und Jens Pothmann näher betrachtet. Der Hauptfokus ihrer Ausführungen liegt auf einer Verbreiterung der Datenbasis, auch wenn die Qualität der Angaben in diesem Arbeitsfeld eine besondere Herausforderung darstellt. Schließlich beleuchten Thomas Mühlmann und Sylvia Müller die Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Auswertungen auf Basis der KJH-Statistik. Sie ziehen einerseits eine Bilanz des Erkenntnisgewinns aus Projektanalysen der letzten 20 Jahre und blicken andererseits auf aktuelle lokal unterschiedliche Entwicklungen beim U3-Ausbau.